Zelten mit Kindern: Das sollten Anfänger beachten (inkl. Packliste)

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Zelten mit Kindern: Der Gedanke ans Camping mit Kindern läßt bei unerfahrenen Campern oft Bilder von Kriechtieren, schlaflosen Nächten und Rückenschmerzen auftauchen. Erfahre, wie du Zelten mit Kindern günstig UND bequem gestalten kannst (ohne Glamping) und worauf du achten solltest. 


Das Kurz-Fazit für Eilige: Wer noch nie mit Kindern gezeltet hat, zögert oft. Dabei ist Zelten nach den initialen Anschaffungen eine sehr günstige Variante Urlaub zu machen. Außerdem seid ihr direkt in der Natur, was dir und deinen Kindern nachweislich gut tut.

Zum Zelten mit Kindern solltest du beachten, dass

  • dein Zelt groß genug ist und einen abgedunkelten Schlafbereich hat
  • ihr warme Schlafsäcke und Isomatten habt
  • ihr Kinder beim Auf- und Abbau entweder einbezieht oder anderweitig beschäftigt
  • du an Kleinigkeiten zur Reinigung und Organisation denkst
  • es sich ab 2 Übernachtungen so richtig lohnt, da sonst der Aufwand recht hoch ist

Was genau auf die Packliste gehört, ob eine Campingtoilette sinnvoll ist und welches Zelt super ist, erzählt dir Leserin Andrea in diesem Erfahrungsbericht zum Zelten mit Kind aus erster Hand.

1. PACKLISTE: Was braucht man zum Zelten mit Kindern?

Zelten mit Kindern - Platz im Inneren

Dies sind die Dinge, die auf unsere Packliste speziell zum Camping mit Kindern kommen. Wir sind gerade selbst erst unter die Zelt-Camper gegangen, haben aber bei den ersten Versuchen schon unglaublich viel gelernt. Das möchte ich dir hier gern weitergeben.

Zu den Dingen auf dieser Packliste kommen noch die ganz „normalen“ Dinge, wie wetterfeste Kleidung, Hygieneartikel, Reiseapotheke etc., die auf jeder Reise auf deine Packliste gehören.

Weiter unten erläutere ich dir auch noch, warum wir uns für genau diese Produkte entschieden haben. Aber hier ist erstmal die Liste zur Übersicht:

Zelt und Schlafen

Essen und Kochen

Unterwegs

Hygiene

2. Ist ZELTEN mit Kindern BESSER als Wohnmobil?

Wenn mir auf der Straße ein Wohnmobil entgegen kommt, kann ich ein gewisses Aufkommen von purem Neid leider nicht verneinen.

Nachdem wir im letzten Jahr einen herrlichen Urlaub im Wohnmobil mit Kind erbracht haben, muss ich in jenen Momenten immer an die schönen Tage im Wohnmobil zurückdenken. Dinge, wie eine verstopfte Toilette oder das tägliche Spülen blende ich dann gekonnt aus ;-).

Wir haben lange hin- und her überlegt, ob wir nicht jegliche Vernunft über Bord werfen und uns ein Wohnmobil kaufen sollen. Aber der Spaß ist einfach zu teuer.

Auch eines der Autos gegen z.B. einen Ford Nugget zu tauschen, ist aus unserer Sicht mit zu vielen Kompromissen verbunden. Bedenkt man, dass der geliehene Camper 7,20m lang war und wir gefühlt trotzdem sehr wenig mitnehmen konnten.

Apropos geliehen: im letzten Jahr haben wir für vier Wochen 3000 € für den Camper bezahlt – und das in der Vorsaison.

Rechnet man dann noch die Campingplatz-Gebühren on top (bei uns waren es im Schnitt so 30 €), merkt man, dass es durchaus Luxus sein kann, sich Toilette und Dusche mit anderen zu teilen.

Wir haben es geschafft, das Thema erstmal ad acta zu legen. Bis mein Mann ganz nebenbei erwähnte, dass es ja auch wirklich viele Campingplätze im Harz gebe (wir wohnen im schönen Goslar).

Zack – war unser Campingfieber wieder da.

3. DACHZELT als Alternative beim Zelten mit Kind?

Dieses Mal haben wir freier nachgedacht und kamen auf ein Dachzelt.

Als wir im vergangenen Jahr auf dem Caravan Salon in Düsseldorf waren, stellte Thule dort gerade seine neuen Dachzelte vor und wir waren vor Ort schon ganz begeistert.

Uns war klar, dass wir darin keinen vierwöchigen Urlaub verbringen würden, aber um an den Wochenenden die heimischen Campingplätze zu erobern oder eine lange Fahrt in den Urlaub zu unterbrechen, dafür war es perfekt.

1700 € sind auch für ein Zelt ein stolzer Preis, aber im Vergleich zu einem Wohnmobil sind es natürlich Peanuts.

Also haben wir es bestellt und dazu natürlich noch allerhand Sachen mehr, die man beim Zelten so braucht.

Leider mussten wir dann feststellen, dass sich die Thule-Mitarbeiter vermessen haben und das Zelt wegen gigantischer 5mm nicht auf unseren Caddy passt. Wen es interessiert: unser Caddy ist von 2016 und es handelte sich um das Kukenam 3 Dachzelt. Nach Rücksprache mit Thule ist es ihnen jetzt auch aufgefallen und wir könnten die Löcher einfach neu bohren…

Wir haben den Riesenklotz mit gemischten Gefühlen zurückgeschickt.

Einerseits waren wir gefrustet, da unsere Campingträume erstmal geplatzt waren.

Andererseits war das Zelt im eingepackten Zustand viel größer und schwerer als erwartet. Mein Mann und ich konnten es nicht zu zweit auf den Caddy heben. Und eigentlich will man es ja auch nicht dauerhaft darauf lassen bzw. immer jemanden um einen Gefallen bitten.

Anderseits hatten wir uns die Innenmaße ohnehin schon schön geredet (1,40cm x 2,40cm). Dazu kommt noch meine Sorge, dass unser Kleiner doch mal von oben herunter fallen könnte.

Nun standen wir also mit Kühlbox und Campingstühlen, aber ohne Dachzelt da.

Da kamen auf eine völlig abgedrehte Idee: wir kaufen ein „normales“ Zelt.

4. NORMALES ZELT mit Kindern: Was haben wir beim ersten Test gelernt?

Zelten mit Kindern - Kind am Lagerfeuer

Ein normales Zelt hatte ich bislang kategorisch ausgeschlossen, da ich immer nur irgendwelche Kriechtiere vor Augen hatte.

Ich hatte wenig Lust immer auf dem Boden kriechend eingepfercht zwischen Taschen zu schlafen. Dann fiel uns aber auf, es gibt auch wirklich komfortable Zelte.

Zunächst liehen wir uns das Zelt einer Freundin, um ein Mikroabenteuer im heimischen Garten zu starten.Unser Kleiner ist gerade zwei Jahre alt geworden und war ganz begeistert – und wir auch.

Zum einen ging der Aufbau viel schneller als erwartet, zum anderen konnte mein Mann mit seinen 1,96 cm darin problemlos stehen.

Der Schlafbereich erschien uns zudem gigantisch groß (ich erinnere an die geplanten 1,40 m vom Dachzelt).

Nachteilig war allerdings die Helligkeit im Schlafbereich, so dass unser Kleiner erst ziemlich spät schlafen wollte. Dies kann man allerdings mit der Wahl des richtigen Zeltes problemlos ändern (dazu gleich mehr).

Ganz Gartenzelten like, haben wir die dicke Matratze rausgeschleppt, so dass es sich im Zelt überraschend bequem schlafen ließ.

Da wir im Wohnmobil bislang immer im Alkoven geschlafen haben, empfand ich auch den Abstand bis zur Zeltdecke als extrem angenehm.

Nachteilig ist allerdings die Geräuschkulisse. Wir wohnen nahe einer Schnellstraße und erst seit unserer Nacht im Zelt weiß ich unsere Dreifachverglasung richtig zu schätzen.

Auf die Packliste zum Zelten gehören also Ohrenstöpsel.

Obwohl die Nacht also nicht ganz so erholsam war, entschieden wir voller Euphorie und noch vor Frühstücksende, unter die „Zelt-Camper“ zu gehen.

5. Was solltest du bei der AUSWAHL des Zeltes beachten?

Zelten mit Kindern - Familienzelt

Die Auswahl des Zeltes hängt natürlich stark von euren Ansprüchen ab. Uns war es wichtig, dass das Zelt nicht nur funktional sondern auch bequem und groß genug ist.

Bei der Wahl des Zeltes haben wir auf folgendes geachtet:

  • ausreichend Platz, damit man bei Regen zur Not auch Tisch und Stühle unterstellen kann und dennoch genug Platz hat
  • angegebene Größe für eine Person mehr als tatsächlich darin schlafen sollen
  • gute Stehhöhe (dafür bieten sich Tunnelzelte an)
  • abgedunkelten Schlafraum
  • kurze Auf- und Abbauzeit
  • ausreichende Wassersäule (für uns mindestens 3000 mm)
  • eingenähter Zeltboden, damit ist Regen kein Problem

Packmaß sowie Gewicht waren uns egal, da wir einen Caddy und somit genug Platz im Auto haben. Entschieden haben wir uns für das Coleman Mountain Pinto 5 Plus und sind damit total happy. Es erfüllt alle genannten Eigenschaften und wurde uns zudem im Bekanntenkreis empfohlen.

Besonders wichtig war uns der verdunkelte Schlafraum.

Hier waren wir wirklich sehr positiv überrascht. Darin war es tatsächlich dunkel.

Aber: Verdunkelt man alles komplett, wird es bei Sonnenschein und entsprechender Außentemperatur auch schnell warm darin. Öffnet man das Innenzelt (Moskitoschutz kann ruhig zu bleiben), wird es auch schnell wieder kalt, aber dann ist es eben auch heller.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es im Wohnmobil auch extrem heiß werden kann und dabei auch noch länger braucht, bis es sich darin wieder abkühlt.

Wer ganz nah in der Natur sein möchte, muss eben auch mit den Temperaturschwankungen leben können.

6. Was BRAUCHST du zum Camping mit Kindern?

Zelten mit Kindern - Kind im Schlafsack

Unsere komplette Packliste hast du oben schon gesehen. Hier möchte ich dir aber ein paar Infos zu unseren Überlegungen bei der Anschaffung geben.

6.1. Der beste SCHLAFSACK beim Zelten mit Kindern

Gute Schlafsäcke sind natürlich essentiell. Sie sollten nicht nur schön warm halten, sondern sich auch angenehm anfühlen.

  • Für unseren Kleinen haben wir uns für den Deuter Little Star entschieden. Er sieht mit den Ohren super knuffig aus und hält schön warm.
  • Ich habe den Explorer Schlafsack Grönland und kam damit sehr gut zurecht.
  • Da meinem Mann nie kalt ist, musste er den Schlafsack nehmen, den er noch im Schrank gefunden hat. ;-) Wenn wir mal längere Zeit mit dem Zelt unterwegs sein sollten, würden wir hier nochmal etwas recherchieren und investieren.

6.2. Welche ISOMATTE beim Camping mit Kindern?

Etwas mehr Geld haben wir für die Isomatte ausgegeben. Wir haben uns für eine doppelte Isomatte entschieden, da wir bei einzelnen Isomatten Bedenken hatten, dass diese im Zelt zu sehr verrutschen.

Du könntest auch ein Spannbettlaken über mehrere Einzelmatten spannen. Aber uns war es so lieber, da unser Kleiner so auch prima in der Mitte schlafen kann, ohne in eine Ritze zu rutschen.

Unsere Kriterien waren also:

  • Es sollte eine doppelte Isomatte sein.
  • Es sollte keine reine Luftmatratze sein, da die nicht isoliert. Eine selbstaufblasende Isomatte schon.
  • Sie sollte schön hoch sein (mindestens 7,5 cm), da dann auch SEitenschläfer bequem darauf liegen können.

Entschieden haben wir uns für die Dreamcatcher Double 10 von Outwell.

Wie überall zu lesen ist, ist das Luftablassen einigermaßen anstrengend und sie ist recht klobig. Aber dafür ist sie schön bequem.

Zudem merkt man darauf nicht, wenn sich der andere darauf hin- und herwälzt. Das rechtfertigt für uns auch das Packmaß und wenn du sowieso mit dem Auto unterwegs bist, ist es auch egal.

6.3. TISCH und STÜHLE beim Zelten mit Kindern

Zelten mit Kindern - Vater und Kind trinken Tee

Wenn du nicht nur auf dem Boden sitzen willst, gehören zum Camping natürlich noch Stühle und Tisch. Wir sind mit den Modellen von Frankana sehr zufrieden.

Und wir haben sogar noch einen Mini-Campingstuhl für unseren Kleinen gefunden, den er über alles liebt.

6.4. Die perfekte KÜHLBOX fürs Camping mit Kindern

Von unserer Kühlbox sind wir richtig begeistert.

Lange haben wir überlegt, ob wir eine Kompressor- oder eine Absorber-Kühlbox kaufen sollen. Beiden ist jedoch gemein, dass sie die Batterieleistung unseres Caddys anzapfen, mit der wir schon mal Probleme hatten. Darüber hinaus sind sie relativ teuer.

Wir waren daher sehr froh, durch Zufall über die Campingbox von Coleman gestolpert zu sein.

Dies ist eine Kühlbox ohne Strom. Sie hält Lebensmittel nur durch ihre gute Isolierung für mehrere Tage kalt.

Kauft man noch drei Kühlelemente dazu, hat man für rund 75 € die Möglichkeit seine Lebensmittel kühl zu lagern und kann sich auf dem Campingplatz sogar die Stromversorgung sparen.

Gemäß Hersteller soll die Kühlbox darin Eis für bis zu 3 Tage gefroren halten - und das bei hohen Außentemperaturen.

Getestet haben wir es so extrem noch nicht, aber als wir Joghurt und Milch nach zwei Tagen wieder herausgenommen haben, waren diese noch kühlschrank-kalt und damit sind wir schon zufrieden.

6.5. Reicht ein CAMPINGKOCHER beim Zelten mit Kindern?

Fehlt noch eine Möglichkeit zum Kochen.

Hier haben wir uns für einen Campingkocher von Campingaz entschieden. Es gibt auch viele billige Alternativen bei Amazon, auch mit guten Bewertungen. Das war uns allerdings im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß und daher haben wir an dieser Stelle lieber ein paar Euro mehr investiert.

Am Tag unseres ersten richtiges Zeltens auf einem echten Campingplatz waren wir zugegebenermaßen erstmal überwältigt von dem ganzen „Zeug“.

Es ging dann aber erstaunlich schnell, alles ins Auto zu tun und zusätzlich unsere Kleidung, Essen, den Fahrradanhänger und dann noch die Mountainbikes auf dem Fahrradträger zu befestigen.

Das kann allerdings auch daran liegen, dass unser Platzangebot im Auto so groß ist, dass ein Tetris-Spiel nicht notwendig war.

7. Erfahrungsbericht: Erstes Zelten mit Kleinkind

Zelten mit Kindern - Freie Wiese mit Zelten

Für unsere erste Übernachtung haben wir uns den naturnahen Campingplatz Waldsee in Bettmar bei Braunschweig ausgesucht, da wir von dort aus ein paar Freunde besuchen wollten.

7.1. AUFBAU des Zeltes mit Kleinkind

Beim Campen mit dem Wohnmobil kann man den ersten Kaffee nach der Ankunft schneller genießen. Aber das überrascht dich wahrscheinlich nicht.

Auf einer riesigen Wiese durften wir unser Plätzchen frei wählen. Wir haben uns einen Platz ausgesucht, auf dem nicht so viel Gras lag.

Extra-Tipp: Von unserem Zeltnachbarn haben wir dann gelernt, dass auf großen Wiesen beim Rasenmähen das Gras in der Regel liegengelassen wird. Wenn du nicht gleich einen ganzen Heuhaufen im Zelt haben möchtest, lohnt es sich ggf. beim Campingplatzbetreiber nach einer Harke zu fragen.

Das Zelt haben wir mit einigen Unterbrechungen in rund 45 Minuten aufgebaut. Das klingt lang? Fanden wir auch, aber mindestens 15 Minuten gehen hier auf das Zeitkonto von unserem Kleinen. Wahrscheinlich mehr.

Beim nächsten Zelten mit Kind würden wir es so machen, dass nur noch einer aufbaut und einer unseren Jungen bespaßt, da es sicherlich für alle angenehmer wäre.

Der Zeltaufbau an sich war einfach. Wir schätzen, dass es mit kommender Routine auch in knapp 20 Minuten zu machen ist.

Die Isomatten und Schlafsäcke waren schnell im Schlafbereich und einsatzbereit.

7.2. REGEN beim Zelten mit Kindern

Ein Zelt bei Regen aufzubauen, macht sicherlich keinen Spaß. Als uns der Regen überraschte, waren wir allerdings schon fertig und saßen ganz entspannt im Vorraum.

Gerade bei Regen waren wir froh, dass unser Zelt so groß ist, dass darin auch ganz problemlos Tisch, Stühle und der Fahrradanhänger, die Kühlbox sowie unsere Kleidung Platz fanden.

Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass man sich bei Gewitter nicht im Zelt aufhalten sollte.

Zum Zeitvertreib haben wir die gleichen Spiele gespielt, die wir auch zur Beschäftigung im Auto nutzen. Dazu bieten sich je nach Alter einfach ein paar Karten oder ein Becher mit Würfeln an.

Es hat zum Glück nicht lange geregnet und Dank des Zeltens konnten wir ganz entspannt die Fahrräder nehmen und los fahren.

Kennst du das, dass alleine schon durch die Fortbewegung mit dem Fahrrad oder zu Fuß so ein bisschen Urlaubsstimmung aufkommt und sich der Alltag wie von alleine entschleunigt?

Ein herrliches Gefühl, einfach mal so richtig tief durch zu atmen. Hierbei ist es übrigens auch ganz egal, wo hinein man zu späterer Stunde kriecht.

7.3. SCHLAFEN im Zelt mit Kindern

Zelten mit Kindern - Kind im Schlafsack von Deuter

Als wir wieder zurückkommen, ist es schon spät und unser Kleiner ist im Fahrradanhänger eingeschlafen. Zum Glück haben wir ihn schon vor der Fahrt bettfertig gemacht, so dass wir ihn nur noch schnell umziehen und in den süßen Schlafsack mit den Ohren legen müssen.

Da es nachts 9° C werden sollen, setzen wir ihm vorsichtshalber eine Mütze auf.

Unsere neue Isomatte steht erstaunlicherweise unserer alten „Gartenmatratze“ in nichts nach und rechtfertigt daher absolut das große Packmaß.

Eingekuschelt in unsere Schlafsäcke merken wir in unserem abgedunkelten Schlafraum, dass Zeltwände erstaunlich dünn sind und wir fast jedes Wort unserer Campingnachbarn hören können.

Unserem Kleinen machen Geräusche zum Glück wenig aus, aber für uns Erwachsene sind Ohrstöpsel eine absolute Pflicht beim Zelten.

Nachts meldet sich unser Kleiner, weil ihm sein Nuckel abhanden gekommen ist.

Der Nuckel ist zwar schnell gefunden und dennoch bin ich jetzt wach und merke, dass ich auf die Toilette muss.

Genau dieses Szenario hatte ich schon befürchtet.

7.4. Brauchst du eine CAMPINGTOILETTE?

Ich bin in diesem Moment sooo froh, dass ich trotz Spöttelei meines Mannes eine Campingtoilette (er nennt sie liebevoll "Eimerklo") gekauft und im Vorraum aufgestellt habe.

Schon als wir noch über die Anschaffung eines Zeltes nachgedacht haben, war das Thema „Mobile Toilette“ omnipräsent. Eine vernünftige Toilette im Wohnmobil mit der Möglichkeit sich danach auch die Hände waschen zu können, wäre hier eindeutig meine erste Wahl.

Aber wenn ich wählen muss, zwischen Eimerklo und einer nächtlichen Wanderung über den Campingplatz, inklusive Festtagsbeleuchtung bei den Sanitäranlagen, entscheide ich mich für meinen Eimer.

Nachdem mir am nächsten Morgen die ersten Männer mit ihren Kassettenklos entgegenkommen, bringe auch ich meinen Eimer weg, ohne mich dabei zu fühlen als wäre ich 14 Jahre alt und würde Tampons kaufen gehen.

7.5. ESSEN und Abwasch beim Camping mit Kindern

Zelten mit Kindern - Kochtopf auf Campingkocher

Am Morgen haben wir erstmal einen guten alten Filterkaffee getrunken. Das ist bei uns zu einer Art Campingtradition geworden.

Dabei ist uns aufgefallen, dass der Kocher hervorragend funktioniert und wir zusätzlich zu dem normalen Topf noch einen Wasserkessel kaufen werden. Ansonsten ist einfach die Verbrennungsgefahr zu hoch. Insbesondere morgens vorm ersten Kaffee ;-).

Wir haben uns im Nachgang den Wasserkessel von Outwell mit Flöte gekauft, den wir bereits in unserem vierwöchigem Urlaub im Wohnmobil schätzen gelernt haben.

Solange der Kocher an (oder etwas anderes heiß ist) haben wir sehr auf den Kleinen aufgepasst. Idealerweise kocht einer während der andere mit den Kids weiter weg draußen unterwegs ist.

Unser Frühstück genießen wir bei herrlichstem Sonnenschein.

Unser Kleiner liebt seinen Mini-Campingstuhl und findet es total klasse, während des Frühstücks immer mal wieder aufzustehen - etwas das in seinem normalen Hochstuhl noch nicht geht.

Beim Camping mit Kindern geht es eben etwas anders zu.

Als wir alle satt und zufrieden sind, lege ich das benutzte Geschirr in unsere faltbare Waschschüssel. Dazu eine Minitatur-Ausgabe Spülmittel (Fit - gibt es bei DM). Nur um auf dem Weg zur Spülstation festzustellen, dass ich einen Spülschwamm vergessen habe.

Das schreibe ich natürlich gleich auf unsere Camping-Packliste für’s nächste Mal.

Bei Töpfen und Geschirr habe ich speziell darauf geachtet, dass es aus Edelstahl ist. Denn das ist BPA-frei und langlebig. Wir haben uns für den extra-großen Topf entschieden, damit auch Nudeln für alle hinein passen.

Für unseren Kleinen durfte unser Silikon-Lätzchen nicht fehlen. Das ist wirklich enorm praktisch, weil man nur eins benötigt und weil man es gleich abwaschen kann.

Dann heißt es auch schon wieder einpacken.

7.6. ABBAU des Zeltes mit Kleinkind

Mein Kleiner und ich kümmern uns um die „Inneneinrichtung“ (Isomatten und Schlafsäcke), während mein Mann schon mal beginnt, die Heringe aus dem Boden zu ziehen.

Im Zelt hat sich doch erstaunlich viel Rasen gesammelt. Unser Kleiner ist auch wirklich sehr, sehr gerne hinein- und wieder hinausgelaufen. Wir beschließen Handfeger und Kehrblech auch noch auf der Packliste zu ergänzen.

Da wir seit dem Aufbau dazu gelernt haben, gehen mein Sohn und ich anschließend zum Bezahlen und nutzen im Anschluss den Spielplatz, während mein Mann das Zelt alleine abbaut und die Fahrräder wieder auf dem Träger befestigt.

8. Unser FAZIT zum Zelten mit Kindern

Zelten mit Kindern - Campingplatz

Ja, bis zum ersten Kaffee nach der Anreise dauert es beim Zelten mit Kindern etwas länger als im Wohnmobil. Tatsächlich finden wir das gar nicht so schlimm, da mit einem Kind ohnehin alles etwas länger dauert und man sich von dem Gedanken verabschieden kann, durchgehend produktiv zu sein.

Alles war auch relativ schnell am richtigen Platz (z.B. Schlafsack im Schlafbereich).

Da man jedoch auch die notwendige Vor- und Nachbereitung mit betrachten muss, lohnt sich das Zelten aus unserer Sicht erst ab zwei Tagen, da sonst der Aufwand einfach zu groß ist.

Sehr positiv überrascht, sind wir vom Platzangebot, der Stehhöhe sowie der geringen Dauer des Zeltauf- und abbaus.

Hat man alle Anschaffungen einmal getätigt ist Zelten in der Tat ein günstiger Urlaub - in Bettmar haben wir auf dem Campingplatz nur ca. 20 € bezahlt.

Was uns sehr wichtig ist, ist viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen und einigermaßen flexibel sein zu können. Natürlich musst du das Wetter eher im Blick haben als mit dem Wohnmobil. Du willst nicht bei Regen und Gewitter aufbauen müssen.

Aber die Flexibilität und Zeit in der Natur finden wir super.

Demnächst machen wir Urlaub in Bayern sowie in Tirol und haben uns dort jeweils für eine Woche eine Ferienwohnung gemietet. Die lange An- und Abreise unterbrechen wir mit jeweils einem Zwischenstopp auf dem Campingplatz.

Und sollte das Wetter in Tirol doch nicht so ganz mitspielen, fahren wir vielleicht doch noch nach Italien an einen See. Die Möglichkeit haben wir jetzt zumindest. Probiere es doch auch einfach mal aus.

3 Kommentare
  1. Martin Lobinger sagte:

    Gut zu wissen, dass man ein Dachzelt bereits mit 1700 Euro erwerben kann. Ich möchte mit meiner Freundin zelten gehen. Deshalb habe ich mich entschieden, ein Dachzelt für uns zu kaufen. Dies wird mein doppeltes Geburtstagsgeschenk für sie sein – einmal das Zelt und zweitens der Urlaub an sich.

    Antworten
  2. Fabienne Miebach sagte:

    Hallo, wir haben auch unsere ersten Zeltnächte mit einem 2,5-jährigen hinter uns. Dass sich der „Aufwand“ erst ab 2 Nächten lohnt können wir nicht bestätigen. Da kommt es nur darauf an, welchen Aufwand man betreibt ;) Wir haben z.B. ein kleineres Zelt (210x190x110) weil wir uns nur zum Schlafen darin aufhalten wollen. Dank Faltmechanik steht das in ca. einer Minute, da hat der Kleine gar keine Zeit uns vom Aufbau abzulenken weil er einfach zuguckt. Der Abbau geht eher noch schneller. Wir schlafen auf einer Doppel-Luftmatratze mit integrierter Fußpumpe, welche nach ca. 3 Minuten knapp 10cm dick ist. In der ersten Nacht hatten wir für den Kleinen einen Ähnlichen Schlafsack, auch von Deuter, mein Mann und ich nutzten „die alten die wir noch im Schrank bei Mama gefunden haben“. Für meinen Mann war der gut, für mich viel zu kalt und auch der Kleine wollte kuscheln und hat dann gefroren, da er nur noch bis zu den Achseln im Schlafsack war. Wir haben uns dann für das nächste „Testzelten“ wärmere, koppelbare Schlafsäcke für den Kleinen und mich bestellt. So können wir schön eingemummelt kuscheln, das hat wunderbar geklappt. Tisch und Stühle haben wir auch nicht dabei. Dafür eine kleine Hängematte, Bäume findet man ja fast überall. Außerdem müssen wir sehr auf das Packmaß achten, da wir ohne Auto unterwegs sein werden und alles auf Fahrrad+Kinderanhänger unterbringen müssen. Und das geht tatsächlich ;)

    Antworten

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